intensiv begrüntem Dach (in Zukunft) und Wassernutzungskonzept,
eingebettet in einen Südhang…
kreislauforientiert, Bauteilwiederverwendung, Verwendung ökologischer Materialien
Wir feiern 3 Jahre im Erdhaus!
und wir lieben es hier drin…
… die Wohnqualität durch die angenehme Atmosphäre des Lehms, unseren geringen Verbrauch – TrinkwasserVerbrauch eines 1Personen Haushalts, Stromverbrauch ist durch die PV minimal, heizen müssen wir nur von November bis Februar…
Wir haben fast ausschließlich ökologische Materialien verbaut und viele Bauteile wiederverwendet. Wir sammeln Regenwasser und verwenden es für Waschmaschine, Toilettenspülung und Pflanzenbewässerung.
usw…
und worauf wir stolz sind – wir haben es mit eigenen Händen aufgebaut.
Danke an Christian Farcher – unserem Architekten, der mit uns einen einreichbaren Plan ausgearbeitet hat!
Unser Projekt hat viel Kopfschütteln verursacht. Umso schöner zu sehen – und am eigenen Leib zu spüren – wie es sich bewährt.





















die Vorgeschichte und das Konzept
Das Konzept des Earthships entdeckte ich vor vielen Jahren, als ich von einem einjährigen Auslandsaufenthalt in Griechenland zurück kam. Dort durfte ich die äußerst inspirierende Erfahrung machen für fünf Monate in einer Höhle zu leben. Ohne fließendes Wasser, Strom und Sanitäreinrichtungen zu wohnen, schaffte eine gänzlich neue Betrachtung meines Alltags. Es war wie ein Reboot des Wohnens. Viele Selbstverständlichkeiten des bisherigen Alltags wurden in meinen Augen zu Luxus und erhielten einen neuen Stellenwert. Es war anstrengend und ich hatte viel zu tun, um meinen Alltag zu leben. Täglich schleppte ich das von mir benötigte Wasser vom Dorf den Hügel hinauf. Ziemlich schnell begann ich also meinen Wasserverbrauch aufs Nötige zu reduzieren. Plötzlich machte ich mir auch Gedanken über die Nutzung von Wasserdampf – um möglichst Wasser- und Spülmittel sparend mein Geschirr zu waschen. Ich besorgte mir Möbel vom Mistplatz und adaptierte sie für meine Ansprüche. Ich organisierte mich in hohem Maße selbst, um mein Leben in dem Felsloch zu leben. Dafür erhielt ich einen gut temperierten Platz zum Wohnen auf einem Hügel mit Blick aufs Meer, das Gefühl von Freiheit in Verbundenheit mit der Natur und das Aha Erlebnis: „Hey, jetzt verstehe ich erst wozu all das Wissen da ist, das sie uns in der Schule beibringen wollten.“
Nach meiner Rückkehr in die österreichische Zivilisation entdeckte ich das Konzept der Earthships und verfolgte es viele Jahre.
Meine Diplomarbeit an der Akademie der bildenden Künste Wien, viele Jahre später, schrieb ich über Earthships. Sie trägt den Titel: „Let’s be independent. And let’s be free… and intelligent. Let’s understand our capability to act and do great things.“ Das Earthship als Lernort nachhaltigen Lebens.
Die Arbeit leistete einen wertvollen Beitrag zur Vorbereitung auf das Haus. Ich habe mich in viele Themen eingelesen, viel über Nachhaltigkeit gelernt und das Internet bis in tiefste Tiefen zu Michael Reynolds Earthships, Nader Khalilis Superadobe Bauten, Fachwerkarchitektur und alternatives Bauen durchgearbeitet. Ich habe Buckminster Fullers Ideen gefunden, die Geschichte der Space Ecology, des Raumschiffs Erde.
Mehrere Sommer hintereinander fuhren wir zu Margarita und Martin ins Zemelod, dem ersten Earthship in unseren Breitengraden, in Tschechien. Wir halfen, lernten viel über das System und trafen einige sehr wertvolle, interessante Menschen.
Auch wenn ich das Haus, an dem wir bauen, nicht mehr als Earthship bezeichne, es trägt doch all die wichtigen Funktionen eines Earthships in sich.
Re-use:
Was wir an Materialien am Gebraucht- und Restemarkt finden können, beziehen wir auch von dort. Es bedeutet viel Recherche, einige Fahrten in entlegene Gegenden, Lager-Logistik, Flexibilität am Bau…
Kreislaufdenken:
Wir sammeln über das Dach Wasser und nutzen es als Brauchwasser für Waschmaschine, Toilette und Pflanzen. Grauwasser schicken wir durch unsere Pflanzenkläranlage im Wintergarten. Dort nährt es die Pflanzen und könnte in Zukunft nach dem Durchlauf nochmals für die Toilettenspülung verwendet werden, die Leitungs dahin haben wir vorbereitet.
Wir installierten eine Trenntoilette, die im äusseren Anschein einer herkömmlichen Wassertoilette ähnelt. Ein Separator trennt Fest-/ und Flüssigstoffe nach der Spülung. Urin leiten wir in den Kanal, Feststoffe sammeln wir in einem Kompostbehälter, indem Kompostwürmer ihren wertvollen Beitrag leisten und den Fäkalien helfen, sich in Humus zu wandeln. Es hat ein wenig gedauert sich mit dem System anzufreunden, jetzt funktioniert es wunderbar, die Würmer fühlen sich wohl und wir ernten feinsten Humus!
Passive Nutzung von Sonnenenergie:
Das Haus ist südlich ausgerichtet. Vorgelagert befindet sich ein Wintergarten mit geneigter Glasfläche. Der Winkel der Wand wurde nach der hochstehenden Wintersonne berechnet, um im Winter die Sonnenstrahlen tief ins Haus zu leiten.
Wärme speichern wir in unseren massiven Erdwänden, großer thermischer Masse. Anders als im Earthship sind unsere Wände nicht von der umgebenen Erde bedeckt. Da wir an einem Steilhang bauten, wäre dies ohne Beton zu verwenden baurechtlich nicht möglich gewesen. Wir haben also eine Ausnehmung aus dem Hang gegraben und halten Abstand zum Hang, sind auch so gut von Wind geschützt.
Um ins österreichischen Baurecht zu passen, besteht unser Gebäude aus einem Holzfachwerkbau, den wir mit in Juteschläuche gestampfter Erde ausfachten. Die Erde verwendeten wir von unserem Aushub, siebten und stampften vor Ort.
Ich bin meiner Familie unendlich dankbar, dass wir hier gemeinsamen diesen Traum leben, den wir erschaffen haben!
